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Treppenbaukurs 2011 in Sibiu
Wie im vergangenen Jahr wurde auch dieses Jahr von der Casa Calfelor mit Unterstützung der CCEG und der Berufsschule Sibiu wieder ein Treppenbaukurs angeboten. Kursleiter war wie im letzten Jahr der einheimische Vogtländer Christian Rummel.
Was den Kurs im Wesentlichen vom dem des letzten Jahres unterschied, war die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe.
Von Seiten der Fremden waren drei freireisende Tischlerinnen und ein freireisender Tischler dabei. Der Rest der Gruppe setzte sich zusammen aus drei rumänischen Praktikanten eines Projekts aus Bretai und 5 Schülern der Berufsschule Sibiu. Gearbeitet wurde in Vierergruppen mit je einem deutschen Gesellen und drei Rumänen. Fachliche Verständigung wurde somit zur Herausforderung, mit kreativsten Sprachimprovisationen zwischen Rumänisch, Deutsch, Englisch, Händen und Füßen. Zumal wir feststellen mussten, dass sich rumänische und deutsche Arbeitsweisen bisweilen grundlegend unterscheiden. Auch deutsche Vorstellungen von Arbeitssicherheitselementen wie Spaltkeil oder Gehörschutz schienen nicht sehr viel Bedeutung zu haben.
Die Strukturierung des Kurses entsprach im Wesentlichen der des letzten Jahres: Erste Woche Theorie, zweite Woche Praxis.
Zu Beginn der ersten Woche wurde das Thema Treppenbau im Allgemeinen behandelt. Eine Übersicht über verschiedene Stilepochen,Materialien und Bauweisen gab einen Einblick in die Vielfältigkeit der faszinierenden Welt des Treppenbaus.
Direkt im Anschluss begann die Fachtheorie zur angewandten Treppenkonstruktion: Korrekte, jedoch regional unterschiedliche Bezeichnungen verschiedener Treppenteile, rumänisch und deutsch natürlich, Berechnung des Steigungsmaßes, Schrittmaßregel, Verziehungsmethoden, Wangenabwicklung, Anschlusslösungen und Wandverbindungen. Vertieft wurde die Konstruktionstheorie mit dem Erstellen einer 1:10 Zeichnung einer viertelgewendelten Treppe mit zugehöriger Wangenabwicklung.
Nach kurzem Einbilck in die Konstruktionsunterschiede von gestemmten, halbgestemmten und aufgesattelten Treppen, Spindel- und Wendeltreppen konnte jede Gruppe eine Variante wählen, welche sie als Modelltreppe im Maßstab 1:2 in der zweiten Woche umsetzen würde.
Die drei Gruppen entschieden sich für eine Spindeltreppe mit formverleimtem Handlauf eine aufgesattelte, viertelgewendelte Treppe mit einseitigem Handlauf und Untergurt eine halbgestemmte, viertelgewendelte Treppe mit Blockstufe und einseitigem Handlauf. Diese können sie während der Zeit der Ausstellung im Töpferturm begutachen.
Für den Bau der Modelltreppen war natürlich Grundvoraussetzung der 1:1 Aufriss inklusive der dazugehörigen Wangenabwicklung mit Handlauf.
Nach einer allgemeinen Einweisung in die Werkstattmaschinen der Berufsschule begann der praktische Teil. Während ein Teil der Gruppen mit Zuschnitt und Stufenverleimungen begann, wurden im Theorieraum letzte Detaills durchdacht und im Aufriss festgehalten. Die zweite Woche über herrschte reges Treiben in den Werkstatträumen. Mit voller Besetzung waren alle Maschinen im Dauereinsatz, bis Freitag Mittag die letzte Schraube festgezogen und die letze Stufe geölt war.
Ergänzend zu den Modelltreppen gab der Kursleiter Christian Rummel eine Einführung in die Kunst des Krümmlingbaus.Sowohl die zeichnerische Konstruktion, als auch die praktischen Umsetzung wurden anschaulich dargestellt und führten zu allgemeiner fachlicher Faszination und Begeisterung.
Abschließend wollen wir unserem Kursleiter nocheinmal Lob und Dank aussprechen, für sein fachliches wie auch soziales Engagement. Er hat nicht nur die zweisprachige Leitung des Kurses gemeistert, sondern uns auch die grundlegenden Fertigkeiten des anspruchsvollen Treppenbaus vermittelt.
Wir alle wünschen uns, dass die jährliche Tradition eines Treppenbaukurses hier in Sibiu Bestand hat und sie auch künftig reichlich Anklang findet bei Reisenden wie auch Nichtreisenden. Und vielleicht gibt es ja sogar einmal einen Teil 2 für Fortgeschrittene...
Wibke fr.frd.Tischlerin Lisa fr.frd. Tischlerin
Nachruf
Die Gesellschaft der Freien Vogtländer Deutschland und die CCEG nehmen in tiefer Trauer
Abschied von unserem Kamerad , dem
Freien Vogtländer
Horst Freitag
welcher am 04.Februar 2011 für immer von uns abgereist ist.

Kamerad Freitag engagierte sich zeitlebens für die Interessen der CCEG, auf vielen unserer Treffen war er vertreten, zuletzt richtete er mit das Treffen der reisenden Gesellen in Trautskirchen aus.
Er war ohne Zweifel ein Unikat unter uns Gesellen. Mit seinem Auftreten und seinem Humor wird er uns immer in bester Erinnerung bleiben.
Tschüß Kamerad
Die Trauerfeier findet am Freitag, den 11.02.2011 um 14.00 Uhr in der Michaelskirche in Fürth/ Mittelfranken statt. Treffpunkt ist auf dem Kirchenvorplatz.
Die Angehörigen bitten, von Kränzen und Trauergestecken abzusehen.Stattdessen wird um eine Spende bei der Hutsammlung gebeten.
Denkmal-Messe 2010
Gelungene Präsentation der CCEG
Vom 18.11. bis 20.11.2010 fand in Leipzig die "denkmal 2010" statt. Wir waren wieder mit unserem Gemeinschaftsstand präsent. Der allgemeine Dank gilt den Machern des Standes, die auf dem Foto unten zu sehen sind.
Eine Spendensammlung für den Erhalt des Herbergsmuseum in Blankenburg ergab 80.00 Euro !!!

Es war uns ein Fest...
…, dass ihr, die Gesellen aller Vereinigungen so zahlreich auf der CCEG- Hauptversammlung in Schriesheim zugereist seid.
Trotz des schlechten Wetters kamen 127 einheimische und reisende Gesellen aller Schächte auf den Hof Jäck.
Leider war starker Regenfall für den Ausfall der diesjährigen Fremdenolympiade verantwortlich, so nutzten doch viele Reisenden die Möglichkeit, sich auf der Sitzung über die Arbeit der CCEG zu informieren.
Auf der Sitzung wurden neben den Berichten des Vorstandes auch die Berichte der einzelnen Mitgliedsvereinigungen gehört. Leider konnte die FBSH, der Verband der skandinavischen Gesellschaften nur ihren Austritt bekannt geben. Da die noch reisenden Skandinavier zum größten Teil in deutschen Gesellschaften reisen und die Zahl der Mitglieder in den unterschiedlichen Vereinigungen immer geringer wird, sieht sich die FBSH in der Auflösung.
Eine positive Bilanz konnten die Gesellen verbuchen, welche sich für die Casa Calfelor, die Gesellenherge in Hermannstadt in Rumänien engagieren. Auch 2011 wird es wieder ein Sommerprojekt geben und der Treppenbaukurs findet eine Fortsetzung. Die CCEG hat beschlossen diese Projekte finanziell zu unterstützen und wünscht allen Gesellen einen guten Erfolg.
Auch für den Erhalt des Herbergsmuseum in Blankenburg/ Harz gibt es in diesem Jahr eine Unterstützung durch die CCEG. Jedoch waren sich die Delegierten einig, dass die wichtigste und dauerhafteste Unterstützung für das Herbergsmuseum immer noch die dortige Zureise, und vielleicht die Mitgliedschaft im Gemeinnützigen Verein zur Erhaltung des Museums ist.
So neigte sich die Sitzung dem Ende zu, und somit auch die Vorstandschaft der Freien Vogtländer Deutschlands, das Jahr der Spinne.
Kurz vor dem Knipsfest fand auf dem Hofgelände die feierliche Übergabe der CCEG-Fahne und somit auch die Übergabe der Vorstandschaft statt.
Wir bedanken uns bei allen Freien Vogtländern, welche für ein fixes Vorstandsjahr, ein lehrreiches Kursjahr und für rauschende Feste gesorgt haben, und wünschen der FNCMB, der Fédération Compagnonnique des Métiers du Batiment viel Erfolg bei ihrer Arbeit in der CCEG.
FVD Fabian Fahr

CAD-Abbundkurs mit der Dietrichs Abbundsoftware
Erfreulicherweise bestand eine so hohe Nachfrage an der computerunterstützten Fortbildung auf unsere Bude in Hilpoltstein, dass sogar einige wissensdurstige Gesellen mangels Platz abgewiesen werde...
Früh genug angemeldet und zünftig zugereist sind ein einheimischer Rolandsbruder, ein rechtschaffener Fremder Zimmerergeselle, ein fremder Freiheitsbruder sowie 4 reisende freie Vogtländer Deutschlands und 3 einheimsche F.V.D.
Als Dozenten standen den CAD Neulingen mit viel Geduld und Verständnis der einheimische rechtschaffende Fremde Zimmermann Jorg-Peter Ebert sowie der einheimische freie Vogtländer Ralph Swoboda unterstützend zur Seite.
Angefangen mit ersten Schritten im 2D-Zeichnen, steigerten wir uns langsam aber sicher in die 3D Planerstellung von Wänden und deren Aufbau über Deckenkonstruktionen bis hin zu Dachausmittlungen und der Erstellung komplexer Dachstühle auf belibigem Grundriss mit unterschiedlicher Dachneigung. Augenmerk lag auch auf dem in der Software beinhalteten Statikprogramm sowie auf dem für Handabbinder interessanten Erstellen von Abbundplänen sowie Holz- und Materiallisten.
Am letzten Tag wurde dann noch das Anreissen von Hölzern nach Computerplan geübt und gefestigt. Zum Abschluss lud e.F.V.D. Herbert Körner zum zünftigen Grillabend ein. Dieser wurde natürlich nach altem Handwerksbrauch und Gesellenmanier zelebriert und war ein gelungener Abschluss.
Nach diesem Einblick in ein Abbundprogramm und einwöchiger Auseinandersetzung damit, und auch über Sinn, Zweck und Notwendigkeit, ist nicht von der Hand zu weisen, dass Programme dieser Art eine enorme Arbeitserleichterung und vor allem Zeitersparnis darstellen. Möge man davon halten was man will. Jedoch sollten wir -angesichts der Tatsache wie weit diese Medium bereits schon in die Meisterausbildung und Arbeitsalltag vorgedrungen ist - nicht die Augen so lange vor der Zukunft verschliessen bis Sie uns überholt hat.
Oder schon zu spät?
Die Woche vom 23.08.2010 bis zum 27.08.2010 wird wohl jeder Teilnehmer als extrem lehrreich und harmonisch unter den Gesellen und verschiedenen Schächten beschreiben können.
Fix bedankt bei unseren zwei Dozenten und dem Grillabendausrichter!
Abschlussbericht der europäischen Kulturbaustelle in Sibiu / Hermannstadt, Rumänien 2010
Wie seit mehren Jahren zog es auch diesen Sommer wieder über 40 reisende Handwerksgesellen und französische Compagnons, nach Siebenbürgen, in das wilde Rumänien.
Verschiedenste Gewerke aus Deutschland, aus Frankreich und der Schweiz tauschten sich handwerklich und kulturell aus.
Im historischen Ambiente der alten Stadtmauer an der Strada Cetăƫii, zwischen dem Zimmerer- und Töpferzunftturm, befanden sich vom 5. Juli bis zum 6. August die Schauwerkstätten.
In der Schmiede wurden aufwendige antike verzierte Fenstergitter aufgearbeitet, restauriert und neu lackiert, sowie viele Werkzeuge aufgearbeitet und hergestellt. Jeder Fremde schmiedete seinen persönlichen Nagel, den er vor der Herberge in den „Stock in Eisen” schlug.
Eine grosse Herausforderung bestand in der Herstellung der Balliste ( eine römische überdimensionierte Armbrust ), für die Beschläge, Bolzen, Justiermechanismen und Auslöser, in der Schmiede gefertigt wurden.
In der Tischlerei konnten sich die Gesellen im von Hand aushobeln und dem Anfertigen von Verbindungen mit der Gestellsäge beweisen. Neben einer Trudel und vielen aufwendig verzierten Bilderrahmen, wurde in handwerklicher Kleinarbeit, eine komplexe Murmelbahn gebaut. Die Murmel fährt mit einem Fahrstuhl hoch. Auf dem Weg nach oben erklingt, ausgelöst über Klavierhämmer, die Melodie „er gibt einen aus“ und über Treppen, Bahnen und einer Schaukel donnert die Murmel herunter, wo sie Final einen Blasebalg auslöst der dem Anwender eine schöne Priese Schnupf in den Kopf schiesst.
In den Schauwerkstätten wurden des weiteren neue Fenster gebaut, Balken behauen, eine Fachwerkwand abgebunden und gerichtet, Klappstühle hergestellt, eine Drachenskulptur und ein Stadtwappen aus Stein geklopft.
In der Schneiderei wurden Reparaturarbeiten an Klüften und anderen Kleidungsstücken durchgeführt, sowie neue Masskleidungsteile angefertigt.
Unsere Zunftlade, die in diesem Jahr ihren 170 Geburtstag feierte, wurde aufgearbeitet und mit dem frischen Schellack glänzt sie wieder, wie bei dem verlassen der Werkstatt.
Ein Compagnon aus Marseille führte über eine knappe Woche einen Lehmbaukurs durch, in dem deutsche und französische Gesellen zusammen die Fachwerkwand mit verschiedenen Techniken ausfächerten.
Parallel zur Schauwerkstatt gab es eine Ausstellung. In dem Wehrgang zwischen den Zunfttürmen, konnte sich der Besucher über Wandergesellen und ihrer Aktivität in Hermannstadt, so wie über die verschiedenen Gesellenvereinigungen informieren. Neben zahlreichen Aufnahmen und Plakaten, wurden Modelle von verschiedenen Treppen und einem Blockhaus präsentiert. Die Reaktionen der Besucher waren durchaus positiv, was sich in zahlreichen kleinen Spenden, besonders von Touristen, niederschlug und so konnten die trockenen Kehlen der Fremden etwas befeuchtet werden.
Im Auftrag der ev. Stadtkirche wurden in zwei Innenhöfen neue Laubengänge abgebunden und gerichtet, sowie viel Maurerarbeiten, und zusätzliche Zimmererarbeiten an den Dächern durchgeführt. An der Stadtpfarrkirche selbst wurden Sanierungsarbeiten am Natursteinsockel durchgeführt und mehrere Steine neu behauen und gesetzt. Für das denkmalgeschützte Pfarrhaus wurden nun endlich neue Fensterbänke geklopft, die sehr exponiert die hohe handwerkliche Qualität unseren Steinmetzen zeigt. Für einen Orgelbauer, der über die letzten Jahre mit Werkstatt und Maschinen geholfen hat, wurde von Fundament bis zum Dach, ein kompletter neuer Anbau durchgeführt.
Die Eröffnungsveranstaltung war erfolgreich und wichtige Gäste waren anwesend, wie auch die Presse, die durchaus positiv über unsere Arbeit hier in der Stadt berichtete. Neben zahlreichen Zeitungen und Fernsehstationen aus dem In- und Ausland, wurden wir von einem Journalistenteam im Auftrag des MDR für eine Woche begleitet. Wir wurden ins deutsche Konsulat und ins Rathaus eingeladen und freuten uns über den Besuch von Delegierten der CCEG und der Deutschen Gesellschaft. Durch die Vorträge, die jeden Donnerstag vor unserer Herberge stattfanden, wurde die Öffentlichkeitsarbeit unterstrichen.
Der Fremde Käser demonstrierte sein Handwerk mit einer Schaukäserei und Themen, wie Zunftgeschichte von Hermannstadt, Baugeschichte, Entwicklungshilfe in Tansania, durch eine Töpferei, und Grundkenntnisse des Schmiedehandwerks wurden von einigen Fremden vorgestellt. Eine Herausforderung war hierbei die simultane Übersetzung auf Französisch und Rumänisch.
Es wurden auch Filme über verschiedene Handwerker und Wanderschaft vorgeführt und natürlich diskutiert. Natürlich kam auch der zünftige Rahmen durch Schallern, Klatschen und falls nötig auch Trudeln, an diesen Abenden nicht zu kurz. Neben den verschiedenen Arbeiten blieb viel Zeit, Rumänien kennen zulernen. Seien das Ausflüge auf das Land, in verschiedene Museen, oder in das Nachtleben Hermannstadts. In der Unterkunft, einer leer stehenden Schule, etwas außerhalb des Zentrums, veranstalteten wir neben dem §11 auch eine Gesellenolympiade, bei der neue Weltrekorde aufgestellt wurden. Auch die Vereinssitzung mit legendärer Einheimischmeldung, war eine schöne Abwechslung.
Man kann durchaus behaupten, dass dieses Projekt in verschiedenster Hinsicht erfolgreich war. Der Austausch zwischen Franzosen und Deutschen, wie auch Rumänen, hat auf den verschiedenen Baustellen und in der Freizeit stattgefunden. Es hat sich ergeben, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Casa Calfelor alle Schächte anwesend waren und zusammen arbeiteten. Die Bude ist hoch und wird, so hoffe ich, auch noch viele Jahre so bleiben. Ich möchte mich auch herzlichst bei allen bedanken, die so viel ehrenamtliches Engagement und Herzblut für Casa Calfelor hergeben und natürlich auch bei allen Institutionen die uns finanziell unterstützen.
Rückblick auf das CCEG Reisendentreffen
Das
vom 11. bis 13. Juni 2010 stattgefundene CCEG Reisendentreffen in
Trautskirchen ist hoffentlich auch für ein paar mehr Besucher
rückblickend ein Erfolg gewesen.
Leider
konnten nicht alle Gesellenvereinigungen der CCEG zureisen,
trotzdem war es eine schöne Gelegenheit um sich auf dem Gelände des
Schloss Trautskirchen untereinander über die Neuigkeiten auf der
Landstrasse auszutauschen.
Am Samstag wurden alle zugereisten
Gesellen vom Bürgermeister der Stadt Trautskirchen, dem Landrat des
Landkreises Neustadt a. d. Aisch sowie einem Kollegen der IG BAU
Nürnberg begrüßt und mit Interessanten Fakten und Informationen
über das Hans Böckler Geburtshaus, welches in Trautskirchen steht,
versorgt.
Nach dem anschließenden Mittagessen im Gasthaus Goldener Stern mit vorher stattgefundenem Gruppenbild vor der Kirche bekam noch jeder Wandergeselle das Siegel der Stadt Trautskirchen sowie das Siegel des Landkreises in sein Wanderbuch als Erinnerung an seine dortige Durchreise. Der Rest des Wochenendes stand dann voll im Zeichen des handwerklichen Austausches (auch Gewerkübergreifend)
Es
wurden viel über Tippelei und Schaniegelei geklönt und natürlich
bei lustigem Zusammensein auch der fränkischen Braukunst
gefrönt.
Die Umlage für das komplette Treffen konnte
glücklicherweise recht gering gehalten werden und beinhaltete einen
Charlottenburger sowie das ausgedruckte Gruppenbild und dürfte
auch für den am abgebranntesten der Gesellen erschwinglich
gewesen sein.
Mit ein Grund dafür war unter anderem die große Hilfsbereitschaft der Trautskirchener sowie den umliegenden Dörfern und Städten, besonderer Dank gilt hierbei Joris Callens, dem Schlossbesitzer sowie Buergermeister Friedrich Pickel welche uns wann immer es auch nötig war , zur Seite standen.
Die große Hilfsbereitschaft baut auch auf die Gesellen welche vor 15 Jahren dort das CCEG Reisendentreffen ausgerichtet haben und einen extrem guten Schnack hinterließen. Brummt!
Bericht zum Schriftkurs im Westrich
Der von Kamerad Hunsicker angebotene Schriftkurs war ein Erfolg.
Wie oft in fernen Ländern
verblasste die Erinnerung an unsere Gesichter?
Haben wir doch Häuser aus Stein, Möbel aus Holz oder Dächer aus Metall geschaffen. Vielleicht hatten wir Ideen, wie uns zu verewigen in den Werken, doch oft fehlte das Wissen: Wie.
Der C.C.E.G.- Kurs der Schriftgestaltung nahm sich zum Ziel, diesen Ideen Formen und auch Wissen über die Verarbeitungstechniken zu vermitteln.
Zu Beginn wurde klassisch das Führen von Linien geübt. Horizontal, vertikal und auch diagonal und dies bereits in der Urform gestalteter Schrift, im Wechselzug.
Dazu wurden zwei Bleistifte miteinander verbunden, konstant in gleicher Neigung übers Papier gezogen. Der sich daraus ergebende Wechsel zwischen dünn und dick, führte uns zur ersten Schriftart, der Antiqua. Monomentale, einfache Buchstaben, die schon mehr als zweitausend Jahre als Schrift verwendet werden und dass weiß nun ein jeder Kursteilnehmer, auch Mutter aller anderen Schriftarten war. So entwickelten sich die Unzialen, die gotische Textur und die groteske Schriftart aus ihr, um einige bekannte Beispiele zu nennen.

In den folgenden Tagen probierten wir uns in der Abfolge des ABC`s, bis hin zur Gestaltung ganzer Sätze, denn gerade die Gestaltung ist eine der großen Herausforderungen, nach dem Studieren der Schrift. Es wurden anhand von Redewendungen oder Gedichten Schriftarten gestaltet, wie wir sie auch in Stein, Holz oder Metall finden.
„ Weil Denken die schwierigste Arbeit ist, die es gibt, beschäftigen sich nur wenige damit.“
Es entstanden nach und nach Entwürfe und Vorschläge für die unterschiedlichsten Inhalte, welche nach und nach die kahlen Wände des Ateliers zierten. Oft bis in die Abendstunden hinein wurde radiert, gesetzt und mit Tinte vollzogen, was Menschen der Sprache erfanden. Neben Steinmetzen und Tischlern nahm auch ein Zimmerer teil. Nach vollendetem Werk lebten wir Gesellen der freien Vogtländer und fremden Freiheitsbrüder in vollster Wonne!
Unser Dank dafür gilt Klaus Hunsicker und seiner Familie, der wir für die Zukunft Gesundheit, Zusammenhalt und Treue wünschen.
Im Auftrag der Gesellen
der fremde Freiheitsbruder Christian Wölbeling

Der Umgebindekurs
In der Woche vom 18. bis 22. Januar 2010 hatte der CCEG Vorsitz zum Seminar „Denkmalpflegerische Arbeiten am Umgebinde“ nach Bautzen geladen.
Zur Vermittlung dieses einzigartigen, regionaltypischen Baustils gestaltete eFVD Konrad Lubner mit umfangreicher Unterstützung des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums–Bautzen (ÜAZ) ein ausgewogenes Programm.
Also begannen acht der gewieftesten Reisenden der Gesellschaft Freier Vogtländer Deutschlands und des Rolandsschachts, sowie ein fixer Geselle der Oberlausitzer Gewandhausgesellen ihre Vormittage traditioneller Werkstattarbeit zu widmen, während die Nachmittage durch fachtheoretische Seminare ausgefüllt wurden. Untergebracht waren die Gesellen im etwa 10 km entfernten LebensGut in Pommritz.
So stellten die Gesellen im Laufe der Woche einen Teil der Blockstube her, beschäftigten sich mit der Lehmausfachung am Fachwerk und konnten projektbezogen ein Vordach abbinden, das allen Ansprüchen des Oberlausitzer Umgebinde gerecht wurde. Am Wochenende wurde das attraktive „Oberlausitzer Vordach“ im LebensGut eingebaut und sorgte auch dort für Freude.
Am Freitag wurden Exkursionen unternommen. Ziel waren das älteste existierende Umgebindehaus, das „Reiterhaus“ (1660), in Neu Salza/Stremmberg und das „Umgebindedorf“ Oberkunnersdorf, wo der Dorfälteste mit Stolz die Dorfführung übernahm.
Das Umgebindehaus vereint in einem Bauwerk drei ansonsten separat auftretende Hausbauweisen. So finden sich Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise in einem Haus, was eine baukonstruktive Einmaligkeit ist. Die größte Konzentration an Umgebindehäusern befindet sich in der Oberlausitz und Umgebung und stellt ein erhaltenswertes bauhistorisches Gut dar.


